Automatisierte Lagergeräte: Wie erhöhen sie die Sicherheit im Warenlager?

Ein eigenständig handelndes Allround-Talent, das zahlreiche Prozesse von Grund auf effizienter gestaltet – das kommt Vielen als erstes in den Sinn, wenn Sie an FTS & Co. denken. Aber: es gibt sensible Branchen und Bereiche, in denen Logistikverantwortliche noch zögern und die gefährliche Fracht lieber nicht in die Verantwortung eines autonomen Fahrzeugs übergeben wollen. Dabei können automatisierte Lösungen die Sicherheit sogar eher erhöhen als gefährden – wie zum Beispiel im italienischen Werk des Ludwigshafener Chemiekonzerns BASF.

Im BASF Italia Werk von Pontecchio Marconi in der Provinz von Bologna, Italien, herrscht ein strenges Sicherheitsprotokoll. Denn: hier werden unter anderem Zusatzstoffe für Kunststoffe und insbesondere Lichtstabilisatoren und Antioxidationsmittel hergestellt. Mitarbeiter und Fahrzeuge müssen sich penibel an Sicherheitsabstände und die Regeln im Umgang mit und Transport von gefährlichen Stoffen halten.

Maximale Sicherheit dank minimalem Kontakt

Knack- und Knotenpunkt im italienischen BASF-Werk: der Verpackungsbereich. Bisher wurde der Transport der verpackten Palette zur vorübergehenden Verwahrung bis zum Transport ins Lager auf traditionelle Weise mit einem klassischen Gabelstapler durchgeführt. Dies führte zu unnötigen Leerlaufzeiten von qualifiziertem Personal und Fahrzeugen. Die Lösung: Nach u.a. einer intensiven Arbeitsplatzsicherheitsanalyse, installierte der Aschaffenburger Anbieter von Intralogistiklösungen Linde Material Handling ein FTS-System, das vollkommen selbständig innerhalb eines vordefinierten Bereiches arbeitet – ohne jegliche Interaktion mit dem Mitarbeiter. „Als die von Linde entwickelte Lösung Form annahm, haben wir sofort das Potenzial aus Sicht der Automatisierung und vor allem aus Sicht der Sicherheit erkannt“, sagt Mario Serranti, Supply Chain and Logistics Manager bei BASF.

Flexible Lösung mit einer sicheren Konstante

Die automatisierten Fahrzeuge navigieren mit größter Vorsicht durch das Lager in Pontecchio Marconi: Dazu wurden sie mit sensiblen, umfassenden Lasern ausgestattet, die den Abstand zu den wichtigsten Infrastrukturen messen und diese mit der in der Software geladenen Karte des Arbeitsbereichs vergleichen. Außerdem reagieren die Laser sekundenschnell auf Hindernisse, wie zum Beispiel Fußgänger, bei denen das Fahrzeug sofort automatisch abbremst. Alles dank moderner und intelligenter Sensortechnik und einem ausgeklügelten Sicherheitskonzept. Zusätzlich sind die FTS mit einem doppelten Not-Aus-Knopf, einer akustischen Warnvorrichtung und dem sogenanntem BlueSpot ausgestattet.  

„Das integrierte Projekt ermöglicht es uns, sofort auf Veränderungen zu reagieren“,

bekräftigt Mario Serranti.

„Vor allem die Skalierbarkeit ist ein großer Vorteil.“

Denn das FTS trägt nicht nur zur erhöhten Sicherheit beim Chemiekonzern bei, sondern erlaubt es BASF auch, sich schnell und flexibel an den Markt anzupassen. Geschwindigkeiten können z.B. mit dem Anstieg des Auftragsvolumens erhöht oder die Arbeitsgänge jederzeit neu konfiguriert werden. Das führt insgesamt zu verbesserten Abläufen – und langfristig zu einem unternehmensweiten Vorteil.