Brennstoffzelle im Betriebstest: Wie weit ist die Technologie heute?

Heiß diskutiert, fleißig erforscht und mehr und mehr erprobt: Wenn es um die Zukunft im Bereich Antrieb geht, ist die Brennstoffzelle auch in der Intralogistik ein Dauerthema. Welche Vorteile bietet sie im Vergleich zu anderen Antriebsvarianten? Wo und wie wird sie bereits eingesetzt? Und wo besonders erfolgreich? Ein kurzer Überblick über den Status Quo der Brennstoffzelle.

Praktisch zu laden – und praktisch emissionsfrei

Die Brennstoffzelle hat vor allem in einer Kernkompetenz die Nase vorn: Ladegeschwindigkeit. Innerhalb von 90 Sekunden ist das brennstoffbetriebene Flurförderzeug vollgetankt und einsatzbereit. Das bringt Formel-1-verdächtige Timings ins Lager, verbessert die Effizienz von Schichtbetrieben und treibt die Produktivität voran.

Außerdem sind die Fahrzeuge im Lageralltag sehr pflegeleicht, einfach zu bedienen und verkraften im Durchschnitt bis zu 10.000 Betriebsstunden – ein Zeitfenster, in dem durchaus einige Paletten von A nach B bewegt werden können. Über all diese Vorteile hinaus ist die Brennstoffzelle im Betrieb emissionsfrei und ein guter Weg zu sauberer Luft im Lager.

 „Wir sind fest davon überzeugt, dass sich der Einsatz von Wasserstoff als nachhaltige Alternative in den kommenden Jahren etablieren wird. Daher haben wir bereits jetzt das breiteste Produktportfolio an Fahrzeugen mit Brennstoffzellenantrieb.“

Christophe Lautray, CSO Linde Material Handling

Flächendeckende Infrastruktur, einheitliche Standards

Folgerichtig ist der Autohersteller Anfang 2019 den nächsten Schritt gegangen und nahm 70 weitere wasserstoffbetriebene Linde MH-Routenzug-Schlepper in Betrieb. Im ambitionierten Anschlussprojekt sind dieses Mal wieder die Technische Hochschule München sowie der österreichische Energie-Spezialist Fronius mit von der Partie. Zu den Schwerpunkten des aktuellen Vorhabens zählen neben der Wasserstoff-Infrastruktur unter anderem auch die Standardisierung von Schnittstellen, eine Plug-and-play-Lösung zur Flottenumrüstung sowie die Überprüfung der Lebensdauer.

Mit diesem Flottenversuch möchten wir endgültig beweisen, dass der Einsatz von Wasserstoff als Energieträger in verschiedenen Applikationen künftig wirtschaftlich darstellbar ist.“

Thomas Herndler, CTO Fronius

Am Ende des bis 2021 angelegten Forschungsprojekts soll ein einheitlicher Industriestandard unter dem Namen „H2Ready“ etabliert werden. Das Ziel: Weitere Unternehmen sollen die Möglichkeit bekommen, die innovative Technologie in der eigenen Produktion einzusetzen – in neuen oder umgerüsteten Fahrzeugen.

(Foto: Christoph Busse)

Auf einen Blick: Die Vorteile der Brennstoffzelle