‚Clean Trucks‘: Kommen bald Quoten für emissionsfreie LKWs?

Sie sind riesig, für die Logistik unverzichtbar und legen mehrere tausende Kilometer zurück: LKWs sind von den Straßen und aus der Logistik nicht mehr wegzudenken. Sie transportieren unzählige Waren von A nach B – und sorgen dabei für ordentlich Luftverschmutzung und Lärmbelästigung. Eine Lösung: emissionsfreie LKWs.

Schwere Nutzfahrzeuge – darunter auch LKWs – sind für rund 27 Prozent der CO2-Emissionen des Straßenverkehrs in der EU verantwortlich, bestätigte das Europäische Parlament 2019. Und nicht nur das: Die von diesen Schwergewichten verursachten Emissionen nehmen nach wie vor zu. Um dem entgegenzuwirken, hatte der Rat der Europäischen Union im Juni 2019 eine neue Verordnung zur Reduzierung der LKW-Emissionen angenommen: Der durchschnittliche CO2-Ausstoß neuer LKW muss bis 2030 um 30 Prozent sinken. Ein klares Ziel, das für alle Hersteller verbindlich ist.

Emissionsfreies Europa?

Mehr Nachhaltigkeit, weniger Emissionen – dazu haben sich insgesamt 18 europäische Unternehmen und Organisationen aus dem Handel und der Logistikbranche zusammengetan und die European Clean Trucking Alliance (ECTA) ins Leben gerufen. Die Koalition fordert von der EU ein konkretes Maßnahmenpaket und verbindliche Ziele für eine grünere Logistik. Der Bundesverkehrsminister aus Deutschland, Andreas Scheuer (CSU), steht der Initiative positiv gegenüber:

„Der Klimawandel verändert unsere Welt, und wir müssen uns der enormen Herausforderung stellen und die Mobilität überdenken. Zu diesem Zweck brauchen wir einen engen Austausch von Ideen und Erfahrungen in Europa.“

Das Land der emissionsfreien Möglichkeiten

Auch in den USA werden die Stimmen nach emissionsfreien LKWs lauter. Wie die New York Times berichtet, hat bereits der Bundesstaat Kalifornien eine Verordnung erlassen, nach der mehr als die Hälfte aller verkauften LKWs bis 2035 emissionsfrei sein müssen. „Jetzt ist genau der richtige Zeitpunkt für diese Vorschrift“, so Mary Nichols, Vorsitzende des California Air Resources Board. „Wir wissen durchaus, dass sich die Wirtschaft derzeit in einer unsicheren Phase befindet und es kaum Neuwagenverkäufe gibt. Aber wenn die Unternehmen wieder in der Lage sind, Fahrzeuge zu kaufen, halten wir es für wichtig, dass sie in die ‚saubersten‘ Arten von Fahrzeugen investieren.“

Nun ziehen insgesamt 15 Bundesstaaten sowie Washington, D.C. nach. Ob und wie die internationalen Regierungen auf diese Forderungen reagieren, wird sich noch zeigen. Doch eines ist sicher: Hersteller, Händler und Regierung müssen an einem Strang ziehen, um die gesetzten Ziele zu erreichen.