Die Warenkommissionierung der Zukunft

Wer an Warenkommissionierung denkt, bei dem entsteht im Kopf meist das Bild von geschäftigem Betrieb in den Flurgassen der Lagerhallen – an Automatisierung und KI denken die Wenigsten. Dabei hat sich die Realität in den Warenlagern schon vielerorts geändert. Ein Beispiel dafür, wie die Warenkommissionierung von Morgen aussehen könnte, gibt es bei der Migros Verteilbetrieb AG schon heute zu sehen.

Wie lässt sich die Warenkommissionierung weiter optimieren? Diese Frage treibt viele Unternehmen um, denn der Alltag eines Warenkommissioniers ist oft schwierig und geprägt von Hektik und körperlicher Anstrengung. Täglich müssen große Strecken überwunden und Tonnen von Material bewegt werden – und immer wieder geraten Abläufe ins Stocken. Konzepte wie die „Ware-zum-Mann-Kommissionierung“ deuten an, dass der Warenkommissionierung demnächst ein Paradigmenwechsel bevorstehen könnte. Doch aktuell sind es vor allem intelligente Fahrassistenten, die bei der Veränderung im Mittelpunkt stehen: Fahrzeuge, die die Mitarbeitenden mindestens entlasten und im Idealfall sogar auf intuitive Weise zuarbeiten.

Höhere Produktivität durch intelligente Fahrassistenten

Das Prinzip ist dabei simpel: Automatisierte Flurförderzeuge werden dem Mitarbeiter zur Seite gestellt – und folgen ihm auf Schritt und Tritt. Für Kommissionierer, deren Arbeit von den oft immergleichen Bewegungsabläufen geprägt ist, bedeutet dies zunächst vor allem eins: Entlastung. Doch bei manchen Geräten geht es auch heute schon einen Schritt weiter – zum Beispiel beim Horizontalkommissionierer OPX Neo iGo vom Hersteller STILL. Der nimmt – dank intelligenter Automatisierung und konstanter Datenverarbeitung – seine Umgebung genau wahr.

Was das in der Praxis bedeutet, zeigt die Erfahrung bei der Migros Verteilbetrieb AG (MVB) in der Schweiz. Als größter Logistikbetrieb des Schweizer Einzelhändlers beliefert die MVB circa 900 Migros-Supermärkte. Im Warenlager in Neuendorf wird die gesamte Non-Food-Logistik der Wertschöpfungskette abgedeckt. In den geschäftigen Betrieb wurde mit dem Einsatz des intelligenten Fahrassistenten nun spürbar frischer Wind gebracht. Manfred Walther, Head of Operations beim Migros Verteilbetrieb: „Die Produktivitätssteigerung durch den iGo neo ist jetzt schon spürbar.“

Mehr Produktivität, weniger Pickfehler

Der Schlüssel dieser Produktionssteigerung? Ein ausgeklügeltes System, das sich in engen Flurgassen zurechtfinden, zwischen verschiedenen Kommissionierern unterscheiden und Hindernissen ausweichen kann – ein intelligenter Fahrassistent eben. Das dynamische Sicherheitsfeld des OPX-L20 leistet eine sehr genaue Orientierung in der Lagerumgebung: dichtes und sicheres Aufschließen, höhere Geschwindigkeiten, akkurate Bremswege – all das ist möglich und sorgt in Neuendorf für einen fließenden Betrieb ohne Störungen.

Auch bei der sogenannten Z-Kommissionierung, also dem wechselseitigen Picken von Artikeln im Regalgang, kommt der hohe Grad der Automatisierung zum Tragen. Dabei fährt der Mitarbeiter in den Regalgang, orientiert sich zunächst an der einen Seite und stellt dann aber fest, dass sich die nächsten Picks auf der anderen Seite befinden. Statt jetzt den Laufweg zu vergrößern, aktiviert der Kommissionierer einfach den Flankenknopf des OPX-L20. Der Fahrassistent orientiert sich jetzt an der gegenüberliegenden Seite der Flurgasse – und triggert automatisch den Spurwechsel. Zentimetergenau fährt er dann an die gegenüberliegende Seite heran.

Zentimetergenaue Verfolgung auf Schritt und Tritt

Der STILL OPX iGo neo arbeitet dabei mit einem hybriden Trackingsystem: Lokalisierungsscanner behalten den Kommissionierer im Auge und merken sich seine Kontur. Im Arbeitsbetrieb holt sich der Fahrassistent über ein Funksignal dann eine zusätzliche Positionsbestätigung des Kommissionierers ein. Anhand der Bewegung des Mitarbeiters identifiziert er darüber hinaus die optimale Kommissionierungsposition, stoppt im richtigen Augenblick – und passt im Zuge dessen Fahrweg und Geschwindigkeit an. Zudem lässt sich der OPX iGo neo einfach an veränderte Prozesse anpassen.

Das Beispiel Migros zeigt: Fahrassistenten bedienen eine goldene Schnittmenge. Sie stören bestehende Abläufe nicht, sondern fügen sich nahtlos ein. Sie entlasten, erfordern keine großen infrastrukturellen Veränderungen und steigern die Kommissionierungsleistung deutlich – eine Blaupause für die Warenkommissionierung der Zukunft.

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