Lidar-Sensoren: Kommt jetzt die technische Revolution beim automatisierten Fahren?

Bewegte Zeiten für die Robotikspezialisten in der Automobilindustrie: Das Münchner Start-up Blickfeld gewinnt mit seiner innovativen Lidar-Technologie den Deutschen Digitalpreis „The Spark“ und macht die Technik fit für den Massenmarkt – auch der etablierte Industriegigant Bosch steigt jetzt in die Serienentwicklung von Laserradar-Sensoren ein. Gemeinsames Ziel: das autonome Fahren noch sicherer und kostengünstiger zu gestalten.

Autonomes Fahren gewinnt nicht nur auf der Straße, sondern auch in Roboder Intralogistik zunehmend an Bedeutung. Hier wird ebenfalls eifrig an neuen Methoden und Maßnahmen geforscht, um zukünftig im Warenlager noch mehr selbstfahrende „Kollegen“ zu etablieren. Viele der benötigten Technologien stammen dabei aus der Automobilindustrie, die mit Hochdruck an der Entwicklung straßentauglicher Fahrzeuge arbeitet. Eine der wichtigsten Fragen: wie bringen wir dem Fahrzeug bei, seine Umgebung wahrzunehmen?

Lidar bietet bessere Orientierung für automatisierte Fahrzeuge

Das optische Messsystem Lidar (Engl.: Light detection and ranging) ortet Objekte im näheren Umfeld – und zwar mithilfe von Laserstrahlen. Dabei erstellen die Lidar-Sensoren ein exaktes dreidimensionales Bild der Umgebung und messen Abstand und Geschwindigkeit aller in der Umgebung befindlichen Gegenstände, Hindernisse und Verkehrsteilnehmer:

„Die Maschine bekommt Augen“,

so der Technologie-Experte und Blickfeld-Gründer Florian Petit gegenüber dem Handelsblatt. Gefahrensituationen können so frühzeitig erkannt und Unfälle vermieden werden. Grundsätzlich ist der Einsatz von Lidar nichts Neues. Es gibt aber noch einige Probleme: Die meisten Lidar-Sensoren sind bislang recht teuer und fehleranfällig.

Ein neuer Durchbruch könnte hierbei dem Unternehmen „Blickfeld“ gelungen sein. Sie haben den Spiegel, der die Laserstrahlen lenkt, weiterentwickelt. Dadurch sei die Fertigung in großer Stückzahl nun sehr kosteneffizient. Gleichzeitig benötige der Sensor keine Mechanik und sei somit wartungs- und verschleißfrei.

Bosch setzt auf dreistufiges Sicherheitskonzept

Auch der Autozulieferer Bosch startet jetzt mit der Entwicklung von Sensoren, die günstig, robust und sicher zugleich sein sollen. Durch die Kombination intelligenter Laserstrahl-, Radar- und Kameratechnologien könne das autonome Fahren dann bereits in naher Zukunft massentauglich werden. Als Hersteller verschiedener Sensoren ist Bosch mit der Entwicklung von Fahrerassistenzsystemen vertraut. Mit dem geplanten Ausbau der neuen Schlüsseltechnologie geht man also noch einen weiteren großen Schritt in Richtung automatisiertes Fahren. Ob vollautomatisierte „Roboterautos“ unsere Straßen schon bald erobern werden und wie die neusten Entwicklungen die Zukunft der Automation im Warenlager beeinflussen, bleibt abzuwarten – wahrscheinlich ist: Lidar-Sensoren werden mit an Bord sein.

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