Mensch und Maschine als Einheit – Teil 1: Wie lässt sich der Fahrerarbeitsplatz ergonomischer gestalten?

Ob eine ungesunde Haltung auf dem Fahrersitz oder die schlechte Federung am Fahrzeug: Die täglichen Arbeiten im Lager sind für den Körper der Fahrer oft eine Herausforderung. Insbesondere sind Staplerfahrer und Bediener von Lagertechnikgeräten verschiedenen sogenannten „Humanschwingungen“ ausgesetzt. Die Folgen sind Rückenschmerzen, Verspannungen, Konzentrationsschwäche und Arbeitsausfälle – daraus resultierend sinkt auch die Produktivität. Abhilfe schafft hier ein intelligentes, ergonomisches Design.

Ergonomie bedeutet bei Flurförderzeugen in erster Linie, alle schädlichen Einflüsse auf den Fahrer weitestgehend zu vermindern, eine einfache und intuitive Bedienung der Fahrzeuge zu ermöglichen und somit die Basis für ein sicheres Arbeiten zu bieten. Dafür werden Gabelstapler im Idealfall um den Fahrer herum konzipiert – das heißt: Der Fahrer steht stets im Mittelpunkt. Auf dem Markt gibt es bereits zahlreiche Innovationen, die diesen Ansatz widerspiegeln und somit für noch mehr Komfort, Gesundheit und Sicherheit im intralogistischen Arbeitsalltag sorgen.

Weniger Schwingungen, mehr Komfort

Um die Mitarbeiter im Warenlager effektiv vor belastenden Schwingungen, Vibrationen und Stößen zu schützen, ist eine ergonomische Gestaltung des Fahrerarbeitsplatzes das A und O. So sind bei den Gabelstaplern des Herstellers Linde Material Handling Mast, Antriebs- und Lenkachse durch Gummilager von Chassis und Kabine entkoppelt. Dank dieses erschütterungsfreien schwingungsentkoppelten Fahrerarbeitsplatzes kann der Fahrer länger ermüdungsfrei arbeiten. Darüber hinaus schützen spezielle Fahrersitze mit Luftfederung und Lendenwirbelstütze zusätzlich vor Haltungsschäden.

Intelligente Helfer für mehr Stabilität

Neben diesen mechanischen Verbesserungen gibt es auch intelligente Assistenzsysteme, die zu einer verbesserten Ergonomie und Sicherheit beitragen: Active Stability Control (ASC) von Linde Material Handling oder Active Floor Compensation (AFC) von STILL gleichen Bodenunebenheiten im Schmalganglager in Echtzeit aus – für ein ruhiges, ungestörtes und stabiles Arbeiten, selbst bei hohen Höhen. Auch bei Lagertechnikgeräten wie Kommissionierern können Erschütterungen auf unebenen Böden reduziert werden, indem diese mit einer gefederten oder pneumatisch gedämpften Bedienplattform ausgestattet sind.

Rundum freie Sicht

Als Vorreiter in Sachen Ergonomie geht Linde Material Handling zusätzlich mit dem drehbaren Fahrerarbeitsplatz und der Drehkabine ins Rennen: Denn hier dreht sich nicht mehr der Fahrer, sondern der ganze Arbeitsplatz als Einheit aus Sitz, Lenksäule, Pedalerie und Armlehnen. Dadurch hat der Fahrer selbst beim Rückwärtsfahren eine optimale Rundumsicht – und überdrehte Kopf- und Rückenpositionen gehören somit der Vergangenheit an.

Im zweiten Teil unserer Serie erfahren Sie, wie intuitive Bedienkonzepte die Ergonomie im Warenlager noch weiter erhöhen.