Mensch und Maschine als Einheit – Teil 3: Wie können Ergonomie und Digitalisierung Hand in Hand gehen?

In unserer Freizeit surfen wir im Internet, checken die News in den sozialen Medien und schauen unsere Lieblingsserien via Online-Streamingdienst an. Und auch in unserem Arbeitsalltag im Warenlager begegnen uns zahlreiche digitale Tools und intelligente Assistenzsysteme: Die Digitalisierung und smarte Vernetzung scheinen unser ständiger Begleiter zu sein. Sie machen unser Leben oftmals um einiges leichter – und eröffnen so gleichzeitig das weite Feld der Ergonomie 4.0.

In der Logistik 4.0 treffen Mensch und Maschine aufeinander, um den intralogistischen Warenfluss gemeinsam aufrechtzuerhalten. Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen helfen dabei, lange Laufwege, ermüdende Tätigkeiten und sich wiederholende Abläufe für die Lagerarbeiter auf ein Minimum zu reduzieren. Gleichzeitig lassen sich Daten einfach und bequem papierlos übertragen – und wichtige Infos werden allen Beteiligten in Echtzeit zur Verfügung gestellt.

I, Robot im Warenlager

Immer öfter trifft man im Warenlager auf Automatisierungslösungen und Roboter wie AMRs und AGVs, die kraftraubende oder repetitive Aufgaben sowie längere Wegstrecken übernehmen. Die autonomen iGo neo Kommissioniergeräte von STILL bewegen sich beispielsweise völlig selbstständig durchs Lager: Sie folgen ihren menschlichen Kollegen von Auftrag zu Auftrag, passen sich genau deren Arbeitsrhythmus an und halten dabei stets den nötigen Sicherheitsabstand ein. Dadurch wird der gesamte Pickingprozess deutlich angenehmer, einfacher und weniger belastend. Doch nicht nur das: Sogenannte Exoskelette, eine Art Roboter zum Überziehen, sollen künftig ebenfalls in der Logistik 4.0 eingesetzt werden. Sie unterstützen den Körper bei bestimmten Bewegungsabläufen und sorgen so für die nötige Entlastung. Das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik untersucht derzeit, in welchen Anwendungsbereichen Exoskelette einen positiven Effekt haben und inwiefern sie Bewegungsabläufe beeinflussen.

Aus analogen Abläufen werden digitale Prozesse

Oft übersehen, aber wichtiger denn je sind auch die ergonomischen Eigenschaften von digitalen Lösungen – Stichwort: Software-Ergonomie. Dahinter steckt unter anderem die einfache, intuitive und funktionale Bedienung von Softwareangeboten. Moderne Lösungen verschlanken hier also nicht nur die Prozesse, sondern erleichtern den Nutzern auch den Arbeitsalltag. Hoch im Kurs sind zum Beispiel ergonomisch gestaltete digitale Features wie die App „pre-op check“ von Linde Material Handling: Durch sie können zeitaufwendige „Papieraufgaben“, wie der obligatorische Fahrzeugcheck vor dem Einsatz, mühelos in nur wenigen Klicks digital erledigt werden. Ein anderes Beispiel sind innovative Pick-by-Technologien, die analoge Picklisten beim Kommissionieren ablösen, Zeit beim Suchen sparen und Fehlerquellen reduzieren.

Tatsache ist: Die Digitalisierung bietet zahlreiche Möglichkeiten, den (Arbeits-)Alltag ergonomischer, effizienter und sicherer zu gestalten.