Nachhaltige Verpackungen im Onlinehandel: Wohin geht die Reise?

Es ist schnell, bequem und unkompliziert – und daher für Kunden oftmals die bevorzugte Art des Einkaufens: Onlineshopping. Kein Wunder also, dass der E-Commerce nach wie vor schwer im Trend liegt. Doch die Verpackungsberge der Paketfluten werden nur selten wiederverwendet, sie landen meistens im Müll. Nachhaltigkeit sieht definitiv anders aus – die Frage ist nur wie?

Das Thema Nachhaltigkeit nimmt einen immer größeren Stellenwert ein. Da liegt es nahe, dass auch die Stimmen nach umweltfreundlicheren Versandverpackungen lauter werden. In diesem Zusammenhang untersucht z. B. das eCommerce Competence Center, ein internes Consulting-Team des Logistikdienstleisters Arvato Supply Chain Solutions, in einer Studie aktuelle Verpackungstrends der Fashion- und Beautyindustrie.

„Auch wenn das Thema Nachhaltigkeit spätestens seit der Fridays for Future-Bewegung wieder mehr Aufmerksamkeit erfährt, gibt es in diesem Punkt noch deutlichen Nachholbedarf“, erläutert Franziska Kier, Senior Consultant beim eCommerce Competence Center. „Zwar setzen viele Unternehmen bereits auf nachhaltige Verpackungsmaterialien und kommunizieren dies auch deutlich, doch lediglich bei 15 Prozent kann sich der Endkunde bewusst gegen zusätzliches Seidenpapier, Plastik oder für gebrauchte Kartonage entscheiden.“

Eine von Smurfit Kappa, einem der führenden Anbieter von Papp-Verpackungen, durchgeführte Umfrage kommt zu einem ähnlichen Ergebnis in Großbritannien. Innovative Lösungen sind gefragt.

Ist Mehrweg der richtige Weg?

Neben der passenden Kartongröße für das jeweilige Transportgut gibt es weitere Wege im Sinne der Umwelt: und zwar Mehrwegsysteme. Das bietet beispielsweise das finnische Unternehmen RePack mit seinen Versandtaschen aus recyceltem Kunststoff: Der Kunde erhält seine bestellte Ware in einer RePack-Verpackung. Für die Rückgabe werden diese einfach in Briefgröße zusammengefaltet und kostenlos an RePack zurückgesendet – die übernehmen den Rest. Neben Unternehmen wie Avocadostore und Tchibo hatte auch der Online-Händler Zalando eine Testphase mit dem Mehrwegsystem durchgeführt. Zudem sollen die wiederverwendbaren Versandtaschen noch in diesem Jahr in den USA gelauncht sowie ein Pilotprojekt in Kanada gestartet werden.

Nachhaltige Verpackungsmöglichkeiten rücken auf der Agenda der Unternehmen immer weiter nach oben. Es wird sich zeigen, welche der innovativen Ideen sich langfristig durchsetzen und unser Onlineshopping-Erlebnis in Zukunft „grüner“ gestalten werden.