Was ist der Unterschied zwischen autonomem und automatisiertem Fahren?

Die Automatisierung ist in vollem Gange – sowohl auf den Straßen vor allem aber auch in der Intralogistik. Dabei ist immer wieder die Rede von autonomem und automatisiertem Fahren. Oftmals werden sie zwar synonym verwendet, doch eigentlich unterscheiden sich die Begriffe voneinander.

In Zeiten der Digitalen Revolution nimmt die Automatisierung eine zentrale Rolle ein. Während für den öffentlichen Straßenverkehr in Deutschland bereits ein neues Gesetz zum autonomen Fahren in Kraft getreten ist, findet man in der Intralogistik schon länger fahrerlose Fahrzeuge. Aber handelt es sich bei diesen sogenannten fahrerlosen Transportsystemen (FTS) eigentlich um autonome oder doch eher um automatisierte Fahrzeuge?

Wenn der Fahrer zum Passagier wird

Die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) hat als Hilfestellung ein vereinfachtes Modell mit drei zentralen Begriffen entwickelt: assistierter, automatisierter und autonomer Modus. Während der Fahrer im assistierten Modus die Unterstützung der intelligenten Assistenzsysteme permanent überwachen muss, um eventuell eingreifen zu können, kann er sich im automatisierten Modus fast schon entspannt zurücklehnen. Doch auch hier gilt: Der Fahrer muss weiterhin aufmerksam bleiben und die Fahraufgabe jederzeit wieder übernehmen können. Die Systeme unterstützen dabei zum Beispiel bei Lenk-, Blink-, Beschleunigungs- und Bremsmanövern. Der autonome Modus ist quasi die Königsdisziplin: Hier wird der Fahrer zum reinen Passagier und hat keinerlei fahrbezogene Aufgaben mehr. Das Fahrzeug handelt vollkommen eigenständig, trifft frei Entscheidungen und reagiert angemessen auf unvorhergesehene Situationen – und zwar so, dass kein menschliches Eingreifen mehr nötig ist. Der international gültige Standard SAE J3016 der SAE International unterscheidet hier noch einmal feiner und teilt die Fahrfunktionen in die Automatisierungslevel 0 bis 5 ein: von „nicht automatisiert“ bis zu „vollautomatisiert/autonom“.

Fahrerlos ist nicht gleich autonom

Bei FTS hängt die Bezeichnung automatisiert oder autonom in erster Linie von der Navigationsart ab. FTS sind grundsätzlich immer automatisch gesteuert bzw. automatisiert. Denn sie erreichen ihr Ziel eben genau so: automatisch. Allerdings nur mithilfe einer visuellen oder virtuellen Spur. Sie fahren also auf festgelegten Wegen, haben vorgegebene Aufgaben und sind damit nicht unbedingt autonom. Es gibt jedoch auch FTS, die zumindest in Teilabschnitten autonom handeln – zum Beispiel indem sie Hindernisse eigenständig und ohne menschliches Eingreifen umfahren. Komplett autonom unterwegs sind hingegen autonome mobile Roboter (AMR): Diese kleinen Helfer bewegen sich frei und flexibel im Lager.