Welche Standards gelten bei der Belieferung des stationären Einzelhandels?

Tolle Produkte zu haben ist die eine Sache. Eine andere Sache ist es, sie auch in den stationären Einzelhandel zu bekommen. Das klappt nur, wenn man die Sprache des Handels beherrscht – und die ist heute digital. Ein Start-up hat dafür eine innovative Lösung entwickelt und sich dabei offenbar kostenlos beraten lassen.

Jan Göktekin und Fabian König vom Start-up „Pumperlgsund“ sind spätestens seit ihrem Auftritt in der Fernsehshow „Die Höhle der Löwen“ deutschlandweit bekannt. Sie haben aber nicht nur ein erfolgreiches Produkt (das Bio-Eiweiß „Good Eggwhites“) entwickelt, sondern sind auch beim Weg in den stationären Handel neue Wege gegangen, wie das Online-Magazin mm-logistik.de berichtet.

EDI: Die Eintrittskarte in den Handel

Bei der Einzelhandels-Belieferung gehören einige Standards zum täglichen Brot, die nicht alle Start-ups von Anfang an auf dem Zettel haben. Ganz konkret geht es dabei um Standards für Identifikation, Kennzeichnung und elektronischen Datenaustausch (EDI; Engl. Electronic Data Interchange). Produkte haben nur dann eine Chance, gelistet zu werden, wenn der Händler vorab die erforderlichen Stammdaten erhält. Dabei sind weltweit eindeutige Daten – zum Beispiel die globale Artikelnummer GTIN (Global Trade Item Number) – ein absolutes Muss. Die Stammdaten werden in Datenbanken gespeichert, damit man in allen nachfolgenden Geschäftsprozessen von der Bestellung bis zur Rechnung leicht darauf zurückgreifen kann. Diese Prozesse laufen nur dann reibungslos, wenn die Qualität der hinterlegten Daten stimmt.

Die spannende Frage lautet nun: Wie kann man diese Standards erfüllen, ohne in der eigenen Logistik dafür komplizierte Zusatzarbeit leisten zu müssen? Bei der Suche nach einer Lösung hat das Pumperlgsund-Gründerteam mit dem Kompetenzzentrum eStandards zusammengearbeitet – einer Beratungsagentur, die vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert wird und für kleine und mittelgroße Unternehmen (KMU) nach eigenen Angaben „kostenlos und anbieterneutral“ arbeitet.

Alle Fliegen mit einer Klappe

Gemeinsam haben sie ein standardisiertes Transportetikett entwickelt, auf dem alle wichtigen Informationen gebündelt werden. Von Informationen zu den Artikeln und Versandeinheiten, Identifikationsnummern wie GTIN und NVE/SSCC (Nummer der Versandeinheit/Serial Shipping Container Code) über Angaben zur Charge und dem Mindesthaltbarkeitsdatum bis hin zur Trackingnummer der einzelnen Palette – das Transportetikett führt die relevanten Infos in einem standardisierten Design zusammen, eindeutig und maschinenlesbar als GS1-128-Barcode. Auch die vielen verschiedenen Anforderungen der jeweiligen Einzelhandelskonzerne an Inhalt und Format des Etiketts werden berücksichtigt.

Das Ergebnis: ein perfektes Bindeglied zwischen elektronischem Daten- und physischem Warenfluss.


 

Verwandte Artikel