Wie funktioniert ein reibungsloser Palettenkreislauf?

Sie ist aus der Logistik kaum wegzudenken: die Europlatte. Auf ihr werden täglich unzählige Waren von A nach B transportiert. Aber nicht nur die Ware wechselt dabei ihren Standort, sondern eben auch die Palette. Damit jeder Akteur aber immer dieselbe Anzahl an Paletten zur Verfügung hat, wurde ein grundsätzlich simples Palettentausch-Prinzip entwickelt.

Wie das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML berichtet, sind rund 550 Millionen Europaletten im europäischen Warentransport unterwegs – davon allein 100 Millionen in Deutschland. Sie stellen einen wichtigen Bestandteil in allen logistischen Prozessen dar. Sie sind wie eine „Währung“, die ständig im Umlauf ist. Das Prinzip dabei ist eigentlich ganz einfach: Wenn Waren auf Paletten angeliefert werden, möchte die anliefernde Partei dieselbe Anzahl an Paletten zurückhaben – und zwar in gleicher Qualität.  

Aber wie funktioniert der Tausch nun in der Praxis? Der Bundesverband für Spedition und Logistik nennt zwei Modelle, an denen man sich orientieren kann.

Kölner Palettentausch

Diese Klausel beschreibt einen „Doppeltausch“, bei dem die Spedition bei der Abholung der Ware gleich eine passende Anzahl an Leerpaletten mitbringt. Dieses Modell eignet sich besonders für häufig wechselnde Einsatzorte. 

Bonner Palettentausch

Hier wird der Palettenkreislauf mit einer Rückführungspflicht geregelt, d. h. der Spediteur bringt die Paletten, auf denen sich die Ware befand, zu einem späteren Zeitpunkt zur Beladestelle zurück. Diese Klausel bietet sich dann an, wenn die Spedition regelmäßig dieselbe Beladestelle anfährt.

Ob Kölner oder Bonner Modell muss zwischen allen Akteuren vertraglich festgelegt werden. Aber auch, wenn der Prozess schwarz auf weiß festgehalten wird, kann er immer noch mit viel Aufwand verbunden sein und funktioniert nicht immer reibungslos. Oftmals ist der „Papierkram“ beim Tausch recht zeitaufwendig. Auch über die Qualität von Tauschpaletten lässt sich streiten. Wie diese Sisyphos-Aufgabe mit einer digitalen Lösung noch weiter vereinfacht werden könnte, erfahren Sie  hier.