Wie funktioniert induktives Laden bei Lithium-Ionen-Staplern?

Ein Bild, das viele Smartphone-Besitzer kennen: Der Akku des Handys könnte noch ein paar Prozent gebrauchen – daher kommt es noch einige Minuten aufs Ladepad, um es per Induktion zu laden, bevor man die Wohnung verlässt. Kein Stecker, kein Kabel und kein Zeitverlust. Das schnelle Stromeinspeisen ist auch einer der großen Vorteile beim Induktionsladeverfahren für Lithium-Ionen-Stapler, Routenzüge und Fahrerlose Transportsysteme (FTS). Das sogenannte „In-Prozess-Charging“ nimmt dabei einen immer größeren Platz in der Intralogistik ein.

Die Vorteile im Vergleich zu Steck- oder Schleifverbindungen liegen auf der Hand, denn ein manuelles Eingreifen wird nicht mehr gebraucht. Beispiel Routenzüge: Beim herkömmlichen Laden müssen die Zugfahrzeuge bei niedrigem Batteriestand von Mitarbeitern abgekoppelt und zum Laden gebracht werden. Bei manchen Unternehmen passiert das aus Gründen des Arbeitsschutzes außerhalb der Hallen. In dieser Zeit sind die Fahrzeuge nicht produktiv – und das Personal ist für den Ladevorgang gebunden.

Laden startet in unter einer Sekunde

Intelligente Punktladesysteme beruhen auf dem Prinzip der elektromagnetischen Induktion und ermöglichen ein kurzes Zwischenladen mit hohen Strömen. Einfach gesagt: das „In-Process-Charging” ermöglicht das völlig automatisierte Aufladen von Fahrzeugen während ihrer „Arbeitszeit“, sie müssen dafür nur auf das vorinstallierte Ladepad fahren. Ein Anbieter dieser Innovation ist Wiferion, einem führenden Lösungsanbieter für die mobile, kabellose Energieversorgung von elektrischen Industriefahrzeugen. Dank der Technologie des Freiburger Start-ups bleibt das Energielevel von Staplern, Hubgeräten und Co. auf einem konstant hohen Niveau. Die eingesetzten Batterien können dadurch deutlich kleiner ausfallen als bei Ladeprozessen mit Steckverbindungen und auch teure Lastspitzen beim Laden gehören damit der Vergangenheit an. Die Ladetechnologie lässt sich an stark frequentierten Punkten im Logistikumfeld installieren, unter anderem an Be- und Entlade- oder Kommissionierstellen.

Das Laden startet, ähnlich wie beim Auflegen des Handys aufs Ladepad, in weniger als einer Sekunde. Die Einheiten bieten eine 40 Millimeter große Positionstoleranz in alle Richtungen, sodass die Bediener das Fahrzeug schnell – und ohne es wirklich zu merken – beim Ausladen aufladen. Damit erhöht sich die Verfügbarkeit um bis zu 30 Prozent und die Fahrzeuge können ihre Aufgaben im 24/7-Betrieb erledigen.

Flexibel und nachrüstbar

Kostenintensive Eingriffe in die Infrastruktur wie bei fest verbauten Leitliniensystemen für FTS sind nicht nötig, denn es müssen keine Leitungen im Boden verlegt werden – sobald ein geeigneter Ort zum Aufladen identifiziert wurde,  werden eine stationäre Sendeeinheit mit sogenannter Wallbox und Ladepad installiert, die Empfangselektronik ist im Batterietrog verbaut. Ändern sich Wege, Ladepunkte oder Größe der Halle, können die Wallboxen umgesetzt oder weitere hinzugefügt werden. Auch die Nachrüstung an Lithium-Ionen-Batterien bestehender Fahrzeuge ist möglich.